Jauchen und Auszüge

Bei wenig Schneckenbefall und trockenem Wetter hatte Großmutter hilfreiche Jauchen und Auszüge gegen Schnecken parat. Allerdings sollten Sie Folgendes bedenken:

Auch für Sie als Privatgärtner gilt das Pflanzenschutzgesetz, unter das die hier aufgeführten 'Hausmittel' fallen. Einen Überblick über die relevanten Verordnungen haben wir für Sie zusammengestellt. Werfen Sie unbedingt einen Blick hinein. Sie werden staunen! Pflanzenschutzgesetz "PflSchG"

Außerdem sollten Sie wissen, dass feuchtes Wetter - bekanntlich das schlimmste Schneckenwetter - die Wirkung der Jauchen und Brühen zunichte macht. Häufige Wiederholungen sind angesagt. Und noch ein offenes Wort zum Thema Kräuterauszüge und Jauchen: unsere gefräßigste Vertreterin, die Spanische Wegschnecke, ist aus ihrer südlichen Heimat an aromatische Kräuter gewöhnt. Dort hat man sie schon auf Thymian und Lavendel herumkriechen sehen. Ob sie sich nun bei uns so verschrecken lässt...

Tomatentriebjauche

Ausgegeizte Seitentriebe der Tomate (1 kg auf 10 l Regenwasser) ansetzen. Vorsichtig mit der 1:1 bis 1:5 verdünnten Jauche um Kopfsalatpflanzen etc. gießen, nicht über die Blätter.

Rhabarberblattjauche

1 kg Rhababerblätter auf 10 l Regenwasser ansetzen. Unverdünnt zwischen Saatreihen gießen oder um gefährdete Pflanzen herum.

Farnkrautbrühe

5 kg frische oder 500 gr. Getrocknete Pflanzen in 10 l Wasser ansetzen oder nach Packungsbeschreibung aufkochen. 10-fach verdünnt über Boden und Pflanzen spritzen.

Schneckenbrühe

Nein, die stellen wir hier nicht vor. Es sei denn, jemand bestätigt uns ausdrücklich und glaubhaft die Wirksamkeit! Da Schnecken bekanntlich ihre toten Artgenossen verspeisen, erscheint uns ein Aufguss verendeter Schnecken nicht nur widerlich, sondern auch widersinnig.

Kaffeebrühe

Kochen Sie einen starken Bohnenkaffee (nicht entkoffeiniert) und besprühen Sie Pflanzen und Boden mit der abgekühlten Brühe. Bei Gemüse und Salat besser nur Boden behandeln. Lesen Sie zur Wirkung von Koffein gegen Schnecken unseren Forschungsbeitrag!

Kompostjauche

2 bis 3 l Kompost auf 20 bis 30 l Wasser. So lange abstehen lassen, bis kein Schaum mehr entsteht. 1:20 verdünnt um gefährdete Pflanzen gießen.

Moosjauche

10 Hand voll Moos (Achtung: Moos steht unter Naturschutz. Lieber fertige Extrakte wie Lebermooser verwenden. Das Pflanzenmaterial dazu wird umweltverträglich aus der Natur entnommen, so dass die Art in ihrem Bestand nicht gefährdet wird.) auf 5 l Wasser. 3 Tage stehen lassen, abseihen und unverdünnt um die gefährdeten Pflanzen gießen. Lesen Sie zur Wirkung von Moos gegen Schnecken unseren Forschungsbeitrag!

Alaunlösung

40 gr. Kaliumaluminiumsulfat (Apotheke) in 10 l kochendem Wasser auflösen. Abgekühlt unverdünnt auf Pflanzen oder Boden spritzen.

Begonienauszug oder Johannisbeerblattauszug

1 kg zerkleinerte Begonienblüten oder 1 kg Johannisbeerblätter in 10 l Wasser einrühren und 2 Stunden stehen lassen, dann abseihen und auf Pflanzen und Boden spritzen. Schneckenprofi-Hinweis: 1 kg Begonienblüten ist richtig viel. Überlegen Sie gut, ob Sie Ihren Begonien einen solchen Kahlschlag antun wollen! Wir würden es nicht übers Herz bringen.

Tannenzapfenbrühe

1 kg Tannenzapfen in einem mittelgroßen emaillierten Topf 24 Stunden in Wasser einweichen. Ansatz aufkochen, 1/2 Stunde sieden lassen und abseihen. Erkaltete harzige Brühe um die gefährdeten Gewächse gießen.